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C&B Railways empfiehlt: Vanja Sky - Woman Named Trouble
Hinzugefügt am: 15.04.2020 07:39
Künstler: Vanja Sky Label: Ruf Records Musikstil: Blues Rock, Rock
 

Die einen streben nach Beständigkeit, andere lieben die Veränderung, auch wenn diese quasi im Minutentakt erfolgt.
Nach "Bad Penny" kam Ende März 2020 nun also der Nachfolger "Woman Named Trouble" auf den Markt.
Im November 2019 nistete sich die Band in den Schalltona Studios, Hamburg ein. Roger Inniss, der bei drei Tracks den Tieftöner zupft und außerdem Percussion beiträgt, hat das Album produziert. Bei Pauler Acoustics fand das Mastering statt.

Elf Songs, acht davon von Vanja Sky und dem Gitarristen Robert Wendt komponiert/getextet, bietet man dem Hörer an.

Bleiben noch drei Nummern, die auf Luther Allison ("Life Is A Bitch"), Peter Green ("Oh Well") beziehungsweise Rory Gallagher ("Shadow Play") zurückgehen.

Genug Pop Prinzessinnen! Vanja Sky ist wahrhaftig. Eine Revolverheldin des Bluesrock mit feuriger Stimme, und bewaffnet mit einem Aufsehen erregenden neuen Album voller moderner Klassiker.

Okay, dann nehmen wir doch direkt mit dem ersten Track Platten-Kontakt auf.
Hoppla! Zur Begrüßung gibt es knackige Gitarren-Riffs auf die Ohren. Nur so eine Vorstellung: Vanja Sky in einer von Nieten besetzten Rockerkutte. "Rock’n’Rolla Train" geht so ab, wie es die Einleitung vermuten lässt.

Unter anderem hört man da »blue jeans and long black hair […] you got the devil inside you […]« im Rock-Röhren-Modus und gleichzeitig hinreißend. Nach einem Intermezzo-Break zieht man das Tempo wieder an. Passt hier perfekt zur Steigerung der guten Laune. Die ersten fast vier Minuten knallen klasse.

Momente des rockenden Blues begegnen einem des Öfteren auf dem Album, auch gepaart mit etwas zurückhaltenden Phasen innerhalb eines Songs.
So entwickelt sich die "Voodoo Mama", begleitet von fetten Riffs, auch im Stakkato-Outfit, dann zu einer merklich psychedelischen Angelegenheit. Oh, wie bissig kann die Frontfrau singen. »[…] You put a spell on me […]«. Stimmt! Highlight!
Den "Hard Times", dem längsten Track der Scheibe, flößt man etwas Country ein. Flankiert von einem großformatigen Refrain mit feinen Backing Vocals schleicht sich diese Nummer fast unmerklich unter die Haut.

Klasse, wie man die Spannung aufrecht erhält.

Wenn bei Robert Wendt (auch Slidevic & Turner) die Dobro aufgeführt wird, dann darf man sich in diesem Zusammenhang auch auf den Einsatz des Bottlenecks freuen, so wie in "Turn It On". Was relativ zurückhaltend beginnt, endet in so etwas wie einem Vulkan-Finale. Sehr geil!
Hervorragend auch, wie Roger Inniss die Bass-Töne laufen lässt und dieses fein arrangierte Percussion-Umfeld ist begeisternd. Klasse Gitarren-Solo, tolles "Trouble Maker"!
"Let’s Go Wild": Okay, man ist dabei. Mit akustischer Gitarre und dem Echo einer abermals emotional-überzeugend singenden Vanja Sky geht es ab in die Rock’n’Roll-Berge.

Bei "Oh Well" mischt man die Original-Karten etwas neu.
Vanja Sky startet a cappella. Dann die berühmten Gitarren-Riffs, alles in einem etwas anderen Tempo. Die Cowbell bleibt und nach einer weiteren Gesangseinlage geht es mit Schmackes und individuell gefärbtem E-Gitarren-Alleingang ab.
Der Funk des Originals bleibt erhalten. Dennoch klingt die Vanja Sky & Co.-Version von "Life Is A Bitch" enorm frisch.
Solches kann man auch über deren Ausgabe von Rory Gallaghers "Shadow Play" schreiben. Eine überaus gelungene Interpretation!!

Vanja Skys zweites Album ist verbunden mit einem deutlichen Blick auf den Rock im Blues.
"Woman Named Trouble" zeigt die Protagonistin in einem anderen Styling, was die musikalische Rock-Qualität widerspiegelt.
Die Balladen sind gefühlvolle Augenblicke.
Die elf Songs wurden von einer klasse Band in Szene gesetzt.
Bleibt gesund und nehmt euch zur Ablenkung Zeit für gute Musik!!

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